Rechtsstaat live erleben: Ein spannender Projekttag am Gymnasium Gerabronn
Am 14. und 16. April 2026 wurde es am Gymnasium Gerabronn richtig spannend: Unsere beiden achten Klassen durften im Rahmen des Projekts „Rechtsstaat macht Schule“ in die Rollen von Kriminalpolizistinnen und Kriminalpolizisten, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten, Richterinnen und Richtern sowie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten schlüpfen. Was sonst sehr theoretisch klingt, wurde hier lebendig und greifbar, und das mit echten Experten.
Unserem früheren Hausmeister Willy Jäger wurde eine schwere räuberische Erpressung vorgeworfen. Diese soll sich morgens vor Unterrichtsbeginn zugetragen haben. Zügig sicherte die Spurensicherung den Tatort. Die Verhaftung konnte noch vor der großen Pause erfolgen. Hier half Kriminalpolizist Benjamin Kurz, welcher 2012 sein Abitur bei uns gemacht hatte. Noch am Vormittag verwandelte sich das Klassenzimmer in einen Gerichtssaal. Staatsanwalt Johannes Heth, der ebenfalls 2012 sein Abitur bei uns gemacht hatte, verlas die Anklageschrift. Herr Leiser, auch er machte sein Abitur 2012 bei uns, trat als Rechtsanwalt auf. Einzig Richter Alexander Bräuniger hatte bislang keinen Bezug zum Gymnasium Gerabronn. Er wird sich aber noch lange an uns erinnern. In der Gerichtsverhandlung waren unseren Achtklässler als Zeugen, Schöffen, Anwälte, Staatsanwälte und Richter aktiv. Bei der abschließenden Entscheidung sprach das Gericht Willy einmal schuldig (8a) und einmal frei (8b), obwohl er laut Sachverhalt, Zeugenaussagen und Spuren zweifelsfrei schuldig war. Willy hatte eben gute Rechtsanwälte, und viele Fans unter den Schülerinnen und Schülern. Denn die Schöffen und Richter der 8b überstimmten Herrn Bräuniger einfach.
Wer dachte, dass Recht und Justiz langweilig sind, wurde hier eines Besseren belehrt. Im Anschluss an das Projekt interessierten sich viele Schülerinnen und Schüler für ein Praktikum bei der Polizei oder in der Justiz. Ein großes Dankeschön geht an alle Beteiligten!
Kevin Leiser